„Wir haben ganz viel selbst in der Hand." Mit diesem Satz bringt unser Chefarzt Dr. Jos Becktepe sein Interview auf den Punkt, das am 14. August auf LN-Online und am 15. August in der Printausgabe der Kieler Nachrichten erschienen ist. Anlass ist eine aktuelle Prognose: Die Zahl der Menschen mit Demenz im Kreis Plön soll von rund 2.000 heute auf etwa 3.700 im Jahr 2060 steigen.
Für unseren Chefarzt ist das kein Grund zur Angst, sondern ein Argument für konsequente Vorsorge. Denn weltweit ließen sich rund 45 Prozent aller Demenzfälle verhindern oder verzögern, in Deutschland etwa 35 bis 40 Prozent. Demenz gilt zwar weiterhin als nicht heilbar – aber Prävention kann den Verlauf verlangsamen und Selbstständigkeit sowie Lebensqualität lange erhalten.
14 Risikofaktoren, die sich beeinflussen lassen
Dazu zählen unter anderem Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel, aber auch Depressionen, soziale Isolation und unbehandelte Seh- oder Hörstörungen. Wer hier gegensteuert, beugt zugleich Parkinson, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
Was jede und jeder tun kann
Die Empfehlung unseres Chefarztes ist alltagstauglich: eine Kombination aus Bewegung, geistiger Aktivität und sozialen Kontakten – ob Tanzkurs, Bridgeabend, gemeinsames Singen oder Selbsthilfegruppe. Auch die Ernährung spielt eine Rolle: Wer häufig hochverarbeitete Lebensmittel isst, hat ein höheres Risiko. Sein Fazit: „Wer rastet, der rostet."
Ärztlich abklären lassen sollte man Vergesslichkeit dann, wenn sie zunimmt, dem Umfeld auffällt oder den Alltag beeinträchtigt. Angehörigen rät Dr. Becktepe, geduldig zu bleiben, den Blick auf das zu richten, was noch funktioniert, und Patientenverfügung sowie Vorsorgevollmacht rechtzeitig zu regeln.
Einen verbreiteten Trugschluss möchte unser Chefarzt ausräumen: dass „unheilbar" bedeute, man könne nichts mehr tun. „Eine Demenz kann das Gedächtnis und die Persönlichkeit verändern, aber das bedeutet nicht, dass die Person als Mensch verschwindet. Auch mit Demenz ist Lebensqualität möglich."
Zum vollständigen Interview:

